Nur noch „reinrassig deutsche Wälder“ sollen in Niedersachsen gefördert werden. Die Douglasie kommt aus Nordamerika. Deshalb will man wie hier nicht mehr haben. So wolle es das niedersächsische Landwirtschaftsministerium, berichtete „Die Welt“.\r\n\r\n„Ist das ’ne Ente?“ fragt Thomas Kessmeyer, Geschäftsführer der Echazschreinerei, als er von dem Bericht in der „Welt“ erfährt. Die Möbelschreinerei verwendet das Holz der Douglasie gerne. Sie habe breitere Jahresringe und weniger Äste als Kiefer und Fichte und sei außerdem noch preisgünstiger, sagt er. ­ „Die Kunden mögen sie.“\r\n\r\nThomas Kessmeyer wird auch künftig noch Tische und andere Möbel aus der Douglasie anfertigen können. Denn im Kreisforstamt Reutlingen mit Sitz in Münsingen sieht man es anders als in Niedersachsen.

Bei uns hat die Doluglasie ihren festen Platz

„In unseren Wäldern hat die Douglasie ihren festen Platz und soll ihn auch behalten“, erklärt Jürgen Wippel vom Kreisforstamt Reutlingen. Der Staatswald im Kreis richte sich nach dem Landeswaldgesetz und dokumentiere mit zwei Zertifikaten eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, so Wippel. In den Wäldern des Kreisgebietes mache die Douglasie einen Flächenanteil von fünf  Prozent aus.\r\n\r\nIn Niedersachsen gebe es Waldstücke, in denen nur Douglasien wachsen. „Wir haben bei uns keine Reinbestände wie in Niedersachsen.“ Darin sieht Wippel den Grund zwischen Nord und Süd für den unterschiedlichen Umgang mit ausländischen Bäumen.\r\n\r\nBei uns gebe es keine Monokulturen. Hier kommen die nordafrikanischen Nadelhölzer nur als Beimischung vor.

Im Arboretum und auf der Schwäbischen Alb

Douglasien wachsen im Grafenberger Arboretum, im Forstrevier Metzingen, im Albvorland und vereinzelt auch auf der Schwäbischen Alb.\r\n\r\nEin toller Baum, der auch mit einer Klimaveränderung zurechtkomme, findet Jürgen Wippel. Schon alleine weil man ja nicht wisse, wie sich bei uns künftige Witterungsverhältnisse entwickelten, mache es Sinn, auch im Wald verschiedenen Rassen ihren Platz zu geben.

Lebenslanges Asylrecht

Auch der Garten- und Landschaftsgärtner Gottfried Fischer freut sich darüber, dass bei uns die Ausländerin  lebenslanges Asylrecht behält. Er vermutet, dass die Niedersachsen mit ihrer Entscheidung gegen die Douglasie, die Artenvielfalt alter heimischer Büsche, Sträucher und Wälder im Blick haben. Doch in Anbetracht des Klimawandels scheint ihm das schwierig. Eine ganze Reihe von Pflanzen, die es bisher nur viel weiter südlich gegeben hat, gedeien inzwischen prächtig bei uns. Dagegen haben viele heimische Sorten inzwischen mit Trockenheit und Hitze ihre Probleme.

Verändertes Klima

Er vermutet, dass auch an den Straßenrändern bei uns künftig andere Bäume stehen werden. Bäume, die jetzt noch als Exoten gelten. „Manche Sorten, wie Schnurbaum und die Wärme liebende Eiche gedeihen hier jetzt schon prächtig“, erzählt Fischer. Der Esche dagegen bereite unser Klima inzwischen schon Probleme.\r\n\r\n„Wer will, dass Welt bleibt wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt“, heißt es. Der Meinung schließt sich der Garten- und Landschaftsbauer bedingungslos an. „Die Welt ändert sich“, sagt er. „Wir haben es lange genug versäumt, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Jetzt muss sich die Natur anpassen.“

Die Welt ändert sich

Die Douglasie kommt ursprüngich aus Nordamerika. Bei uns wurde sie angebaut, weil er schnell wächst, Waldbestände damit schnell wieder aufgeforstet werden können. Bis das Holz verwertet werden kann, dauert es nicht so lange wie bei anderen Hölzern. Das macht das Holz preislich attraktiv. Die Douglasie hat breite Jahresringe. Wenn man sie richtig behandelt, „wertästet“, liefert sie hochwertiges Holz mit wenig Ästen. Dazu werden bei den jungen Bäumen bis zu einer Höhe von 15 bis zwanzig Metern die Äste der ersten fünf bis zehn Meter weggeschnitten.\r\n\r\nDer Baum ist im Kern sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Der weiße äußere Kreisring, der „Splint“ ist etwas anfälliger. Das Holz der Douglasie eignet sich für Garagendielen, im Außenbereich für Terrassen genau so wie für hochwertige Echtholzmöbel.